1-nl-februar-2017

Ein neutraler Beobachter für das eigene Selbst

aufmerksame LeserInnen unseres Blogs wissen, dass wir es uns in den vergangenen Ausgaben zur Aufgabe gemacht haben, Patañjalis Yogasutra auf den Grund zu gehen. „Svãdhãya“ ist heute an der Reihe – als eines der 5 Niyamas ist dieses Gebot der Selbsterforschung erneut ein spannendes Feld!

Wörtlich heißt es „an etwas nahe herangehen“. Damit ist die Reflexion des eigenen Ichs gemeint. Es geht um die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, aber auch, sich der eigenen Kritik stellen zu können. Unsere Asanapraxis ist die ideale Gelegenheit, uns zu beobachten und auf diese Weise mehr über uns selbst zu erfahren: Welche Übungen gefallen mir? Welche vermeide ich lieber, weil sie unangenehm sind? Wie gehe ich mit den Gefühlen um, die ich wahrnehme? Wiederholt sich alles oder bemerke ich nach einiger Zeit Veränderungen meiner Ansichten und Verhaltensweisen? Halte ich starr an Überzeugungen fest oder gelingt es mir, in meinem Körper und mit meinen Gedanken eine weiche, offene und flexible Haltung einzunehmen?

Mit Svãdhãya ist man Dozent und Student in einer Rolle. Man ist also selbst sein größter Lehrmeister. Ich nenne es auch: meinen "neutralen Beobachter" einschalten. Und das gilt keineswegs nur für die Yogapraxis. Das wahre Yoga beginnt nämlich in dem Moment, in dem wir die Yogamatte verlassen. Das, was wir während der Übungen an uns beobachtet und über uns gelernt haben, kann direkt in alltägliche Lebenssituationen übertragen werden. Dabei geht es darum, die eigenen Mechanismen und Verhaltensmuster zu reflektieren: Wer bin ich wirklich? Was triggert mich immer wieder aufs Neue? Was sind meine wunden Punkte, die mich ungeduldig, ärgerlich oder unnachgiebig werden lassen? Welche Menschen begegnen uns, die unsere eigenen negativen Eigenschaften spiegeln?

Was aber noch viel wichtiger ist: Wie kann ich meine festgefahrenen Reaktionen und Muster verändern? Denn Ziel muss es sein, nicht nur zu reflektieren und den aktuellen Zustand hinzunehmen, sondern die Negativ-Spirale zu durchbrechen und sich in eine positive Richtung weiterzuentwickeln. Wie immer erfordert es viel Mut, Willen und ehrliches Hinschauen, in der Absicht, die Komfortzone zu verlassen. Doch es lohnt sich, Bekanntschaft mit dem eigenen, wahren Selbst zu machen, auch wenn der Weg dorthin keinesfalls einfach ist.

Machen Sie sich die Selbstreflexion so angenehm wie möglich. Ich habe eine ganz konkrete Idee für Sie parat: Die YOGAdelight Beach-Conference "Summer of Love", die im Juli Top-Lehrer aus der nationalen und internationalen Yogaszene an der Ostsee versammelt!

Herzlichst,

Ihre Claudia Müller-Ostenried & das YOGAdelight-Team

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